Scheiss auf die ganzen Sing- und Songwriter die sich meist sowieso gleich anhören. Scheiss auf diesen verdammten Hype. Dachte sich wahrscheinlich „Hello Piedpiper“ der uns mit seiner tröstenden, einfühlsamen Stimme einen warmen, kaleidoskopisch wirkenden Einblick in seine Welt offenbart, die sich wie eine Kollaboration zwischen Neil Young und dem leider viel zu früh verstorbenen Nick Drake anhört. Bei diesem Kölner klingt nichts aufgezwungen oder verkrampft.
Was hier geboten wird ist ruhige, ungeschminkte und verdammt ehrliche Folkmusik, so als würde er sich nicht dafür interessieren was andere von diesem Album halten, solange er sein Ding auf seine Art und Weise durchziehen kann. Sei es mit Pfeifen, seinem Fingerpicking oder seiner unverwechselbaren Stimme, die Lieder über Proteste, Gedichte und über Tage an denen man am liebsten alles hinschmeissen würde, gehen zwar aufgrund der konventionellen Art, wie man es heutzutage in diesem Genre nicht mehr wirklich zu pflegen scheint, nicht so schnell ins Ohr wie bei anderen Interpreten, jedoch werden die traurigen Klänge von „Birdsongs = Warsongs“ wesentlich schneller von der Seele absorbiert und irgendwann kann man nicht mehr genug davon kriegen.
„Hello Piedpiper“ liefert ein sympathisches Debut ab das zu den kalten Tagen die draussen herrschen nicht besser passen könnte und ist näher bei Neil Young als bei Bob Dylan anzusiedeln.
Wer gefallen an der Scheibe findet, sollte sich auch mal "The Head or The Heart" aus Seattle anhören.